Die Eurozone unter erhöhter Anspannung

 In Allgemein

von Geyu Ji, Portfoliomanagerin Quant.Capital Management GmbH, Düsseldorf

Am 02.10.2019 waren die Finanzmärkte nach der Veröffentlichung des WTO-Urteils, das den USA Strafzölle gegen die EU erlaubt, stark gefallen. So fielen der EuroStoxx 50 Index um 3%, der DAX um 2,8% und der S&P 500 Index um 1,8%. Durch die Bank stiegen die kurzfristigen Risiken aller Anlageklassen an den europäischen Märkten daraufhin an. Die Anleger befürchten eine Eskalation des globalen Handelskonflikts, was zu pessimistischen Handelserwartungen führt.


Aber, die Verlangsamung des Welthandels ist eigentlich keine Neuigkeit mehr. Schauen wir uns die Handelsdaten an, sehen wir, dass das Wachstum des Welthandelsvolumens zum Vorjahr im Dezember 2018 schon negativ war. Im Juli 2019 war ein Rückgang zum Vorjahr um 0,9% zu verzeichnen. Im gleichen Zeitraum nahm der Welthandel in der Eurozone um 1% ab. Die asiatischen Schwellenländer, eigentlich Motor des globalen Handels, betrug der Rückgang gar 2,1%. Als wichtiger Motor der Weltwirtschaft ist der starke Rückgang des Handelsvolumens in Asien zweifellos auch ein deutliches Signal für eine Verlangsamung der Weltwirtschaft.


Seit Beginn des Jahres 2019 häufen sich die negativen Daten und Nachrichten zur weltweiten konjunkturellen Entwicklung. Vor allem die invertierte US-Zinskurve, die negativen Renditen der Staatsanleihen in vielen europäischen Ländern, sowie die massive Staatsverschuldung in den USA und in China sorgten für Aufmerksamkeit. „Rezession“ ist 2019 das am häufigsten aufgetauchte Wort in den Finanznachrichten. Jede negative Nachricht hat die Nerven der Anleger belastet. Und es scheint, als seien die Nerven der europäischen Investoren mittlerweile besonders stark strapaziert worden. Die Risikomaße, zumindest, schlagen derzeit in Europa schneller aus als anderswo.

Quelle: CPB Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis(https://www.cpb.nl/en/worldtrademonitor)

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