Ein neuer Hoffnungsschimmer für den Euro kommt aus Athen

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Nachdem die Europäische Zentralbank am 12. September eine Zinssenkung angekündigt hatte, folgte auch die FED mit ihrer Entscheidung einer Zinssenkung am 18. September – und löste damit einen Domino-Effekt aus. Während die großen Währungsblöcke sich erste Währungsgefechte liefern, bleiben vor allem Länder der Emerging Markets nicht reaktionslos stehen. Am  „Super“-Donnerstag, den 19. September, haben insgesamt 11 Zentralbanken Zinsentscheidungen verkündet. Die Zentralbanken von Brasilien, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen  Emiraten, Jordanien und Indonesien kündigten etwas überraschend Zinssenkungen an. Im gleichen Zug kündigten die Zentralbanken Japans, der Schweiz, des Vereinigte Königreichs und Südafrikas an, ihre Zinssätze nicht anzupassen. Einzig die Zentralbank Norwegens erhöhte ihren Leitzins.


Die Märkte reagierten moderat auf die Zinssenkungen: Die Globale Risikodynamik (S.4) lässt überwiegend nach. Eine Ausnahme bilden US-Staatsanleihen, die rund um die Fed-Sitzung herum leicht an Dynamik gewonnen haben. In der Eurozone sehen wir unterschiedliche Trends bei verschiedenen Staaten. Die Renditen deutscher Staatsanleihen sind über fast alle Laufzeiten gestiegen, bei 10 Jahren Laufzeit von -0,57% auf -0,51%. Am spannendsten ist aber die Entwicklung der Anleihen Griechenlands – und eine starke Dosis Hoffnung für die Eurozone. Nach der EZB-Zinssenkung gingen die Renditen griechischer Staatsanleihen stark zurück: die Rendite der 10-jähriger griechischer Staatsanleihen sank von 1.64% auf 1,36% – selbstverständlich mit neuem historischen Tiefststand. Noch beeindruckender ist die Entwicklung des Spreads, der bei einer Laufzeit von 10 Jahren von 221 auf 187 Punkte zurückging, ein Minus von 34 Punkten in nur einer Woche!

Auf der einen Seite hatten die griechischen Regierungen seit der Eurokrise hart daran gearbeitet das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen: Die Voraussetzungen für einen nachhaltigen Schuldenabbau wurden trotz großer innenpolitischer Opfer gelegt. Die neue griechische Regierung unter Premier Mitsotakis dürfte diesen Pfad fortsetzen. Die angekündigten Finanzreformen würden sogar „den Rahmen der EU-Anforderungen sprengen“. Wir werden sehen.

Auf der anderen Seite stellen die griechischen Anleihen noch eine seltene Quelle positiver Renditen in der Eurozone dar. Nach der Ankündigung der EZB erneut Anleihen „for as long as necessary“ aufzukaufen, dürften viele Investoren die noch verbliebenen Bedenken bezüglich der Bonität Griechenlands neu bewertet haben. Die Chancen auf eine nachhaltige Rettung Griechenlands verbessern sich und damit auch die Aussichten für den Euro.

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