Sind Investments in Aktien tatsächlich alternativlos?

 In Allgemein

von André Rogalski, Senior Portfolio Manager der Quant.Capital Management GmbH, Düsseldorf

In den vergangenen Jahren hörte man immer wieder „Aktien sind alternativlos“. Diese Aussage wurde dann als Rechtfertigung für die zum Teil extrem hohen Aktienmarktbewertungen herangezogen, weil die klassischen Maßstäbe angeblich keine Gültigkeit mehr besäßen. Oberflächlich betrachtet verwundert diese Darstellung nicht, fallen doch Investments in Rentenpapiere aufgrund des teilweise schon negativen Zinssatzes aus, und auch Immobilien lohnen sich kaum noch, weil sie mittlerweile sehr hoch bewertet sind.

Aber ist das wirklich so: Gelten Kennzahlen wie zum Beispiel das Shiller-KGV heute nicht mehr, weil sich die Welt verändert hat? Sollten wir also aufgrund der Alternativlosigkeit nur noch in Aktien investieren?

Natürlich weiß keiner, wann es wieder zu einer ausgeglichenen Bewertung kommen und wie der Weg dahin sein wird. Es kann ebenso zu einer jahrelangen Seitwärtsbewegung kommen oder auch zu einem abrupten Ende der Hausse. Doch eines ist offensichtlich: Das Umfeld für Aktieninvestments war schon einmal wesentlich günstiger. Außerdem hat sich die Börse auch mit all ihren Über- und Untertreibungsphasen im Laufe der Jahre langfristig an traditionellen Bewertungen orientiert.

Darüber hinaus sollten Investoren nicht vergessen, dass es immer eine Alternative gibt. Natürlich gibt es an der Börse gute und weniger gute Phasen für Trader und Investoren. Doch zu behaupten, man könne nur noch in die Assetklasse Aktien investieren, weil andere Investitionsmöglichkeiten nicht existent seien, ist schlichtweg falsch. Heute ist mehr denn je das Portfolio-Management gefragt und sollte gerade in herausfordernden Marktphasen gute, quantitative Ansätze für ihre Kunden kreieren.

Recent Posts

Start typing and press Enter to search